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Angeregt durch einen mit wenigen Fotos bebilderten Artikel in einer Mercedes-Benz – Hauszeitschrift begann 1996 ein freies Fotoprojekt von befreundeten Berufsfotografen. Über einen Zeitraum von fünf Jahren fuhren Stefan Gregor (Großostheim) und Matthias Maas (Würzburg) für jeweils eineinhalb Wochen nach Canfranc in den spanischen Pyrenäen und dokumentierten den Verfall einer europäischen Vision, den "Internationale Bahnhof von Canfranc". Drei Stockwerke hoch, 250 Meter lang, ein Koloss aus Stein, Stahl, Schiefer und Glas mitten in einem gottverlassenen Tal des Aragón. Ein Luxushotel im Bahnhof beherbergte einst Gäste aus ganz Europa, die Schalterhalle ist mit Stuck und Jugendstillampen verziert, die Fahrkartenschalter erinnern an riesige Beichtstühle. Die Fotoexkursionen über das weitläufige Gelände der Bahnhofsanlage und Innenaufnahmen der verschiedenen Räume erbrachten eine Fülle von Aufnahmen, die schon zur Zeit ihrer Entstehung zu historischen Dokumenten wurden. Denn von Jahr zu Jahr verschwanden Teile der Ausstattung und die Bausubstanz litt stark unter den harten klimatischen Bedingungen. Im Laufe der Zeit wuchs bei den beiden Fotografen eine innere Beziehung zu dem Bauwerk, das der Zeit der europäischen Einigung zu weit voraus war. Die beiden Freunde ließen sich einfangen von der Faszination der Anlage, und der Wunsch entstand, etwas für den Erhalt dieses europäischen Kulturgutes zu tun und den unaufhörlichen Verfall zu stoppen (der "Internationale Bahnhof von Canfranc" ist von der Regierung von Aragón als "Historisches Kunstdenkmal" eingestuft).Es entstand eine Arbeit aus schwarzweiß- und Farbfotografien, die nicht nur Dokumentation ist, sondern auch die unterschiedlichen Sichten zweier Fotografen zeigt. Matthias Maas erzählt in seinen ruhigen, sorgfältig komponierten Bildern Geschichten darüber, wie der Bahnhof in seiner Blütezeit gewesen sein könnte. Durch den gezielten Einsatz von Farbe zeigt Stefan Gregor Tristesse und Romantik, Verfall und Schönheit. Aus dieser spannenden Gegenüberstellung soll ein Bildband entstehen, dessen Erscheinungstermin noch nicht feststeht.